Ministerin Prien: Planlos unter Viren

Martin Habersaat: Gestern hat das Verwaltungsgericht Schleswig einem Schüler Recht gegeben, der sich gegen die Verpflichtung seiner Schule gewendet hat, auch während des Unterrichts eine Maske zu tragen.


Zur heutigen Pressekonferenz von Bildungsministerin Prien erklärt der bildungspolitische Sprecher der SPD- Landtagsfraktion, Martin Habersaat:

„Gestern hat das Verwaltungsgericht Schleswig einem Schüler Recht gegeben, der sich gegen die Verpflichtung seiner Schule gewendet hat, auch während des Unterrichts eine Maske zu tragen. Wenige Stunden später gab Frau Prien ihren Kurs einer „dringenden Empfehlung“ zum Tragen einer Maske außerhalb des Unterrichts auf und kündigte an, dass nun auch in Schleswig-Holstein außerhalb des Schulunterrichts Masken zu tragen sind. Nach den Sommerferien verfolgte die Bildungsministerin zwei Sonderwege: Zum einen wurden selbst lungenkranke Lehrkräfte in den Präsenzunterricht geklagt, zum anderen lehnte sie jede Form der Maskenpflicht ab. Fast schon tragisch-komisch, dass nun in einer Pressekonferenz, in der die Maskenpflicht auf dem Schulgelände erläutert werden sollte, nebenbei ein Verbot für eine Maskenpflicht im Unterricht verkündet wurde. Diese gibt es heute an etwa 60 Schulen. Und diese Schulen sehen jetzt: Wer sich auf dringende Empfehlungen dieser Ministerin verlässt, ist verlassen. Die Lehrkräfte müssen mit ihren Klassen oder Kursen jetzt freiwillige Lösungen aushandeln, wo räumliche Bedingungen oder individuelle Gesundheitsvoraussetzungen das Tragen einer Maske auch im Unterricht angeraten sein lassen. Ansonsten: Kein Wort zu den desaströsen Zuständen in den Schulbussen, kein Wort zu den allein gelassenen Schulleitungen. Es bleibt den Schulen überlassen, sich auf eine neue Epoche des Distanzunterrichts oder hybrider Unterrichtsformen (also Präsenzunterricht kombiniert mit Distanzunterricht) vorzubereiten. Wenn Frau Prien behauptet, das Schuljahr sei „weitgehend störungsfrei angelaufen“, übersieht sie dabei den größten Störfaktor: sich selbst.“

Martin Habersaat