Auch für Studierende muss es finanzielle Überbrückungen geben

Heiner Dunckel: Nicht einmal jeder fünfte Studierende wird nach dem BAföG gefördert, und auch von diesen können die meisten nicht ohne zusätzliche Einnahmen studieren. Der Job neben dem Studium ist für die meisten Studierenden etwas vollkommen Normales.


Zur Situation von Studierenden, die wegen der Corona-Pandemie ihre Jobs verlieren, fordert der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Prof. Dr. Heiner Dunckel:

“Nicht einmal jeder fünfte Studierende wird nach dem BAföG gefördert, und auch von diesen können die meisten nicht ohne zusätzliche Einnahmen studieren. Der Job neben dem Studium ist für die meisten Studierenden etwas vollkommen Normales. Jetzt brechen gerade die Nebenjobs, in denen hauptsächlich Studierende arbeiten, schlagartig weg, aber das Studium und die Lebenshaltungskosten laufen weiter und die Studierenden haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das kann nicht allein von den Supermärkten aufgefangen werden, die offen bleiben und mehr Hilfskräfte brauchen. Besonders ausländische Studierende sind betroffen, die wir an unseren Hochschulen wollen und brauchen. Hier brauchen wir systematische Hilfen, damit die Studierenden nicht von Pontius zu Pilatus pilgern müssen. Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde, hat in einem Interview mit der FR vom 01.04.2020 gefordert, einen Sozialfonds für betroffene Studierende zu schaffen, der schnell und unbürokratisch Überbrückungshilfen auszahlen. Eine Initiative des fzs, vieler ASten und Hochschulverbände sowie der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) setzt sich für Soforthilfen von 3.000 € (entspricht den Lebenshaltungskosten Studierender für ein Vierteljahr) ein. Wir fordern, dass diese wichtige Zielgruppe angesichts der gigantischen Summen, die derzeit für die Wirtschaft bewegt wird, nicht vergessen wird; Studierende sind auch ein Wirtschaftsfaktor. Auf Bundesebene sollte es so schnell wie möglich ein wirksames Unterstützungsprogramm für Studierende geben, die wegen Corona Schwierigkeiten haben.”

Heiner Dunckel